CreativeMornings – Der kreative Start in den Tag

Bei den CreativeMornings gibt es einmal im Monat Frühstück, Austausch und einen inspirierenden Vortrag. Erfunden wurde die Veranstaltungsreihe in New York, seit 2015 wird sie auch in Düsseldorf organisiert. Zum dritten Geburtstag begeisterte Verena Meis die Teilnehmer mit ihrem „NeugierTier“: der Qualle.

Foto: Celine Al-Mosawi

So früh am Morgen war ich selten im Medienhafen. Es ist halb neun, als ich den Aufzug in den fünften Stock nehme und oben von Holger begrüßt werde. Er streicht meinen Namen auf der Anmeldeliste an, dann geht es durch Büroräume und einen Türrahmen mit goldenem Lametta in den großen Veranstaltungssaal. Vorne gibt es Kaffee, Orangensaft, Müsli und Croissants, hinten eine Bühne. Dazwischen Stuhlreihen, rund 100 Teilnehmer haben sich angemeldet.

Während sich der Saal langsam füllt, nehme ich mir einen Kaffee und beschrifte erstmal den Namensaufkleber. „Ich bin … Carina“ und „Ich bin neugierig auf … das NeugierTier“. Denn um Neugier geht es heute, bei diesem CreativeMorning. Ins Leben gerufen wurden die monatlichen Frühstücksvorträge 2008 in New York, inzwischen gibt es sie auch in Dubai, Paris, Amsterdam und 180 weiteren Städten. Alle bekommen dasselbe Thema, jeder Veranstalter lädt dazu passend einen Gast ein, der 20 Minuten lang erzählt, inspiriert, neue Einblicke schenkt.

Die CreativeMornings Düsseldorf haben Geburtstag

In Düsseldorf organisieren Lisa und Rainer Kunst von der Agentur Kunst und Kollegen die Vorträge seit drei Jahren. Seit genau drei Jahren. Deswegen wird heute gleichzeitig Geburtstag gefeiert. Stilecht mit Partyhütchen, einer Torte und Luftballons, die das Publikum freudig hin und her ditscht. Als alle locker sind, führt Lisa Kunst ins Thema ein. Bei den Überlegungen zum Thema „Neugier“ seien sie schnell bei Forschung und Wissenschaft gelandet. Die Wahl fiel auf Verena Meis, die Literatur- und Theaterwissenschaftlerin ist – und das Qualleninstitut gegründet hat.

Foto: Verena Meis

Verena kenne ich noch von der Heinrich-Heine-Uni, an der sie spannende Germanistik-Seminare wie das zum Serienmörder Peter Kürten oder zu Drogen in der Literatur gibt. Nun steht sie auf der Bühne, schwarzes Kleid, blonder Dutt, leuchtend grüne Sportjacke, und spricht über ihr „NeugierTier“, die Qualle. Seit einem Unfall mit einer Feuerqualle, den sie zwar nicht selbst, aber miterlebte und der sie zu einem Aufsatz inspirierte, lassen die stillen Meerestiere sie nicht mehr los.

Wir alle sind Qualle

Die Qualle war für sie Anlass, auch mal „andere Thematiken aus den verschiedensten Disziplinen zu betrachten“. Mit dem Qualleninstitut versuche sie, zusammen mit Mitgründerin Kathrin Dreckmann, die Ideen dieses Tieres für ihre Arbeit zu adaptieren. Fragen zu stellen, das Ungewöhnliche anzugehen. Wie nähert sich zum Beispiel ein Tänzer diesem Lebewesen an, das doch keine Knochen hat, kein Blut, völlig lautlos ist und zu 98 Prozent aus Wasser besteht? Was für eine schöne Idee, denke ich, und schaue aus dem großen Fenster, auf den Fernsehturm, an dem die Sonne gerade herabklettert.

Foto: Verena Meis

Am Ende gibt Verena dem Publikum zwei Dinge mit auf den Weg: 1. Wir alle sind Qualle. Und 2.: Bewahren Sie sich Ihre Neugier! Begeistertes Klatschen, Stühlerücken, alle wollen über Quallen reden oder zumindest noch einen Kaffee, ein paar müssen schon los. Verena holt sich was zu trinken, vielen sprechen sie an: „Das war echt inspirierend!“ Ein paar Kärtchen werden ausgetauscht, vielleicht könne man ja mal was zusammen auf die Beine stellen.

So muss ein Freitag starten, denke ich lächelnd. „Die CreativeMornings finden einmal im Monat statt, aber immer an einem Freitag“, verrät mir Lisa Kunst. „Einfach, weil das bei den meisten der ruhigste Tag der Woche ist.“ Es kämen vor allem Freelancer. Aber auch immer mehr Angestellte, deren Chefs den kreativen Austausch begrüßen.

Monatlich wechseln Thema, Sprecher – und der Ort

Das Besondere an der Düsseldorfer Version: Hier wechseln nicht nur jedes Mal die Themen und die Gastredner, sondern auch die Locations. „Das ist nicht in jeder Stadt so“, sagt Rainer Kunst. „Bei uns hat sich das eher so ergeben.“ Die erste Veranstaltung 2015 hat im K21 stattgefunden, mit der Auflage, einen Sicherheitsdienst zu engagieren. Das ginge natürlich nicht jedes Mal, schließlich sollen die CreativeMornings kostenlos bleiben.

Seitdem sind Lisa und Rainer ständig auf der Suche nach neuen, tollen Veranstaltungsorten. So gab es bereits Treffen im Rathaus, in der Filmwerkstatt oder im Coworking Space Super7000. „Inzwischen kommen auch viele Locations auf uns zu, das freut uns immer sehr“, fügt Lisa hinzu. An diesem Freitag ist es die Firma Wacom, die nicht nur den Saal mit dem tollen Blick gestellt hat, sondern auch das Frühstück und die Geburtstagstorte. Dafür liegen auf einem Tisch die interaktiven Stift-Tablets und -Displays von Wacom zum Ausprobieren bereit.

Als Verena und ich nach der Veranstaltung langsam zur U-Bahn schlendern, ist es schon fast mittags. Wir haben uns lange nicht gesehen und es gab viel zu erzählen. „Wie schön, dass du dir so viel Zeit für solche Veranstaltungen und auch das Quatschen danach nimmst“, sage ich. Verena lacht: „Ja klar. Genau das ist doch Leben, oder?“ Recht hat sie.

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