„Wir wollten einfach nie etwas anderes machen“ – Über die Gründerinnen des manko café + workspace

Nataly und Luise haben sich einen Traum erfüllt. Vor vier Wochen eröffneten sie das manko café + workspace in Düsseldorf-Friedrichstadt. Wie sie auf das Konzept kamen, was sie vorher gemacht haben und ob es schon Pläne für die Zukunft gibt, verrieten sie mir bei einem kleinen Plausch am Tresen.

Foto: Annika Bethan

Wer im manko auf den hohen Stühlen im Fenster sitzt, schaut auf den altbekannten Bäcker Terbuyken, einen Obst- und Gemüseladen und einen, in dem man selbst Keramik bemalen kann. Irgendwie hat man das Gefühl: Das manko war schon immer da. „Das geht uns genauso“, sagen die Inhaberinnen Nataly und Luise. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Und wir wachen immer noch jeden Morgen auf und hoffen, dass es kein Traum war.“

Im April haben sie den Laden auf der Hüttenstraße entdeckt. Weil die beiden eine sehr genaue Vorstellung von ihrem Café hatten, zog sich der Umbau bis in den Oktober. „Die Vorbereitungsphase war anstrengend. Von der Speisekarte bis zur Einrichtung mussten wir an alles denken, hier war ja nichts in dem Laden. Aber jetzt ist alles fertig und wir sind total glücklich.“

Foto: Annika Bethan

Draußen gehen die Passanten extra langsam an den raumhohen Fenstern vorbei und schauen neugierig ins Innere. „café+workspace“ steht in weißen Buchstaben dran. Drinnen sitzen drei junge Frauen an einem Tisch, Laptops und Schreibblöcke vor sich. Daneben unterhält sich ein Pärchen auf dem Sofa, ein Typ in Jeanshemd fragt sie nach dem WLAN-Passwort. Zwei Freundinnen kommen aus dem hinteren Raum, in dem konzentriert an einem großen runden Tisch gearbeitet wird.

„Wir wollten einen Ort schaffen, an dem wir selber gerne arbeiten würden“, erklärt Luise das Konzept. „Ich habe das während des Studiums gemerkt: Zu Hause ist man so abgelenkt, da wartet immer die Wäsche oder der Abwasch. Und die Uni-Bibliothek ist hier in Düsseldorf so weit draußen, da muss man erstmal hinfahren. Dann ist die Atmosphäre dort ein bisschen gezwungen und wenn man etwas essen möchte, ist das gleich so ein Aufwand.“

Der ideale Arbeitsplatz

Das manko ist genau die richtige Mischung. Es geht so locker zu wie in einem Café – mit schöner Hintergrundmusik, gutem Kaffee und leckeren Nussecken. Gleichzeitig ist es aber eben auch der ideale Arbeitsplatz. Die Konzentration der anderen und die Kreativität des Raumes sind ansteckend. Wasser steht für alle bereit und wenn der Magen knurrt, muss man nur zur Theke gehen und sich eine der kleinen und großen Köstlichkeiten aussuchen. Vom hausgemachten Granola mit Joghurt und Früchten über Stullen mit Hummus und Avocado bis hin zur „superschale“ mit Buchweizen, Salat, Süßkartoffeln und Gemüsechips sind alle Begehrlichkeiten des Tages abgedeckt.

Kennengelernt haben sich Luise und Nataly in der Zeit, als sie bei Space Burger in der Altstadt kellnerten. Während ihres Studiums haben die zwei immer nebenbei in der Gastronomie gearbeitet. „Wir haben so viel Erfahrung in dem Bereich gesammelt“, erzählt Luise auf die Frage, wie sie darauf kamen, das manko aufzumachen, „wir wollten einfach nie etwas anderes machen als das hier: einen vielseitigen, offenen Raum schaffen, wo wir alles selbst entscheiden und nach unseren Vorstellungen gestalten können.“

Foto: Annika Bethan

Das haben nicht alle in ihrem Umfeld sofort verstanden. Wozu sie denn studiert habe, wenn sie jetzt nur ein Café aufmachen wolle, wurde Nataly gefragt. Aber Bedenken hatte sie nie: „Das hängt ja alles miteinander zusammen. Ich habe Anglistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft studiert, arbeite seit fünf Jahren für das Open Source Festival – auch für das manko können wir uns kulturelle Veranstaltungen vorstellen. Das eine schließt das andere ja nicht aus.“

Zunächst einmal wollen sie schauen, wie ihr Konzept ankommt. Während größere Coworking Spaces, in denen man sich einen Arbeitsplatz mieten kann, gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, ist die Verbindung „Café und Workspace“ noch nicht so verbreitet. Inspiration haben sich die Gründerinnen bei ähnlichen Läden wie dem Ivy Berlin geholt – und auch das gibt es erst seit Februar.

„Es ist toll, dass wir immer zu zweit sind“

Dass Luise und Nataly selbst gerne jeden Tag zur Arbeit kommen, merkt man ihnen an. „Es ist so ein tolles Gefühl, einen eigenen Laden in Friedrichstadt zu haben. Wir wohnen hier auch gleich um die Ecke“, erzählt Nataly. „Und es ist toll, dass wir immer zu zweit sind. So kann einer hinten in der Küche backen, während der andere vorne bedient. Manchmal ist es ruhig und total entspannt, aber dann wird es auch wieder so voll, dass auch genug Geld reinkommt.“

Die Frage, ob sie sich auch vergrößern würden, verneinen die beiden: „Wir finden unseren Laden perfekt, so wie er ist. Und wir sind gespannt, was noch an Potenzial in diesen Räumen steckt.“

manko café + workspace | Hüttenstraße 76 | 40215 Düsseldorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*