Die Bunte Seite #1

Neue und alte Entdeckungen. Aus Düsseldorf und der Welt. Sorgfältig ausgewählt und extrem subjektiv. Diesmal mit: einem schönen Sommerplatz, einer goldenen Flöte und John Travolta.

1. Alles, was das Sommerherz begehrt

Nirgendwo lässt sich dieser nie endende Sommer besser zelebrieren als in der Florabar im Volksgarten. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Florabar im Florapark, aber derselbe Besitzer: Matthias Böttger, der Wert auf vegetarische Gerichte mit Zutaten aus biologischem Anbau legt. Ein Stück hinter den Uhren, an der Unterführung zur Emmastraße, wartet die kleine Kioskbar mit Dinkel-Waffeln, Eiskugeln und gutem Kuchen.

Dazu holt man sich einen Kaffee oder ein Schörlchen, sucht sich eine Bierbank im Schatten und schaut selig auf die Düssel. Langweilig wird’s auch nie, dank der dreiteiligen Brunnentränke gleich daneben, wo sich Kinder an den wasserspeienden Hundeköpfen erfreuen und Hunde ihr Sommerfell gleich komplett einmal eintunken, um danach ihr Herrchen oder Frauchen mit einem sonnenförmigen Regen zu beglücken.

Die Öffnungszeiten sind ein Abenteuer, momentan scheint sich von 14 Uhr bis abends etabliert zu haben.

2. Der Typ mit der goldenen Flöte

Oliver Frost denkt sich feine Sachen aus. Zum Beispiel die Crowdfunding-Plattform Flopstarter für herrlich sinnlose Projekte wie eine Uhr ohne Ziffernblatt oder ein Kokosnuss-Shampoo, das die Haare von Kokosnüssen wieder seidig und weich macht. Auch schön: Die Seite Lifefaker, auf der man sich – wenn es sie denn gäbe – das schöne Instagram-Leben in Fotos bestellen kann. Dann kann man endlich wieder zu Hause bleiben, keinen Sport machen und sich Essen auf der Couch reinziehen, bei dem die Farben nicht ausgewogen und perfekt ausgeleuchtet sind.

So was ähnliches wie berühmt geworden ist Frost allerdings durch einen Auftritt bei Britain’s Got Talent – mit einer goldenen Blockflöte, auf der er Rap-Klassiker neu interpretiert. Seine Mission: das Holzblasinstrument aus seinem verstaubten Dasein zu befreien und wieder kinderzimmerfähig zu machen. Grandios.

3. Weil einfach einfach schön ist

Die Youtube-Videos von Jenny Mustard gucke ich inzwischen seit mehr als zwei Jahren. Die in Berlin lebende junge Schwedin verpackt ihre Lieblingsthemen Minimalismus und Veganes Essen in ästhetisch anmutende Videos, die immer aufmuntern und motivieren. Dabei ist sie so herrlich strange und diese Andersheit feiert sie, indem sie auch das in ihren Videos erklärt. Wieso sie es schöner findet, keine Augenbrauen zu haben. Oder warum sie es vorzieht, keine Kinder zu bekommen.

Nun hat sie ein Buch geschrieben, das ihren Lifestyle ganz gut zusammenfasst: „Simple matters“. Ein schön anzuschauendes Couchtisch-Buch mit einer Reihe von Essays über Fashion, Home, Career und Traveling, aber auch mit persönlichen Geschichten. Wie die, als sie die Tagebücher aus ihrer Kindheit entsorgte und in dem Moment merkte: Oh, ich glaube, ich bin Minimalistin. Oder wie sie sich nicht vorstellen konnte, jemals zu arbeiten, sondern lieber gleich von der Schule zur Rente übergehen wollte. Zum Glück arbeitet sie heutzutage doch, nur ist sie eben ihr eigener Chef und steckt – zusammen mit ihrem Freund David – ihre Energie in tolle Videos und andere Projekte wie dieses Buch. Kommt leider erst im September raus, ich bin jetzt schon gespannt.


4. Das Auf und Ab des John Travolta

John Travolta? Kennt man. Ich vor allem, weil ich in den 90ern alle Teile von „Kuck mal, wer da spricht“ auf VHS aufgenommen und etwa zwei Millionen Mal geguckt habe. Unvergessen natürlich auch sein legendärer Tanz in „Pulp Fiction“. Doch dann hört es bei mir auch schon wieder auf.

Wie interessant deshalb Dokus über das Leben solcher Berühmtheiten sind, die ein bisschen mehr zeigen als nur ihre Paraderollen. Auf arte.tv gibt es derzeit „John Travolta – Rückkehr nach Hollywood“ zu sehen. Voll mit jeder Menge „Das wusste ich gar nicht“. Zum Beispiel dass seine Schauspieler-Mutter ihre zahlreichen Kinder jeden Abend im Keller kleine Stücke aufführen ließ. So hatte Travolta schon mit 21 fast zehn Jahre Schauspielerfahrung. Oder dass er – der gleichzeitig auch Pilot ist – einfach mal eine Start- und Landebahn für sein Flugzeug auf seinem Anwesen hat. Oder wie viele Filmrollen er abgelehnt hat, weil er sich davon keinen Erfolg versprach. Indiana Jones! Top Gun! Eine sehr tolle Doku, die noch bis zum 9.8. abgerufen werden kann.

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5. New York mal zwölf

Ein Jahr lang jeden Monat eine neue Wohnung, ein neuer Wohnort. Wie ich solche Geschichten liebe! Schon 2010 habe ich mitgefiebert, als die Journalistin Meike Winnemuth eine halbe Million bei Günther Jauch gewann und daraufhin eine Weltreise der besonderen Art antrat: jeden Monat in einer anderen Stadt leben – von Sydney im Januar 2011 über Metropolen wie San Francisco und Kopenhagen bis Havanna im Dezember.

Auch Felix Zeltner und Christina Horsten sind losgezogen. Allerdings nur in einer Stadt: New York. Hier lebten die beiden Journalisten bereits seit drei Jahren in Manhattan, als ihre Tochter Emma auf die Welt kam. Woraufhin die Vermieterin die Familie aus der Wohnung schmiss. In der nächsten Wohnung in Brooklyn wurde kurzerhand die Miete dermaßen erhöht, dass das Ende der Fahnenstange erreicht war. Das war der offizielle Startschuss für ihr Projekt „NYC 12×12“.

Ein Jahr lang lebten die drei jeden Monat in einer anderen Wohnung. Im Sommer 2016 ging es los im Apartment eines Freundes in Queens. Dann weiter nach Chinatown, Harlem, in die Bronx. Um ihre Nachbarschaft kennenzulernen, luden sie in jedem Viertel zu einem „Neighbourhood-Dinner“ ein. Schnell berichtete die lokale Presse über das Projekt und Menschen boten ihre Wohnungen an. So wurde die Suche nach einer neuen Bleibe mit jedem Monat ein bisschen leichter.

Inzwischen wohnen sie wieder fest in einer Wohnung, sind aber auch ein bisschen süchtig nach dem Nomadentum geworden. Und Angst vor Umzügen haben sie keine mehr. Wunderbar.

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