6 Arten, eine literarische Liste zu schreiben

Wir lieben Listen. Da werden mir alle, die wie ich die Welt schreibend ordnen, sofort zustimmen. Steht etwas erst auf einer Liste, ist es halb getan. Steht etwas auf einer Liste, hat es Wert. Was auf der Liste steht, ist spontan, ungeformt, der pure Gedanke. Dass eine Liste unter bestimmten Umständen aber eben auch literarisch sein kann, haben wir bereits am Beispiel des Einkaufszettels und der Stadtaufschreibung gesehen. Doch was für andere Arten von Listen gibt es, die wir ruhigen Gewissens mit dem Schriftzug „Gedicht“ bestempeln können? Hier eine Liste: „6 Arten, eine literarische Liste zu schreiben“ weiterlesen

Wie man eine Stadt aufschreibt

Wenn man eine neue Stadt bereist, fallen einem vor allem die Dinge auf, die anders sind als zu Hause. Die Wasserrinnen in Freiburg. Der Dom in Köln. Die roten Mülleimer mit den Sprüchen in Hamburg. Fleißig hält man all dies im Notizheft fest und wird sich später anhand weniger Stichpunkte wieder an die ganze Stadt erinnern, an die Atmosphäre, das Wetter und die Menschen. Doch was tun, wenn man seine eigene Stadt festhalten will, die man schon viel zu gut kennt? „Wie man eine Stadt aufschreibt“ weiterlesen

Der literarische Einkaufszettel

Ein Einkaufszettel ist doch keine Literatur!, wird manch einer rufen. Dann wäre ja jeder, der eine Einkaufsliste schreibt, gleich ein Dichter! Das ist ein berechtigter Einwand. Und tatsächlich ist nicht jede dieser Listen gleich ein Gedicht. Dennoch können wir manchmal Poetisches darin entdecken. Die Frage lautet also: Was macht eine Liste literarisch oder gar zu einem eigenständigen poetischen Werk? „Der literarische Einkaufszettel“ weiterlesen

Und morgen schreibe ich ein Buch

Wir arbeiten, gehen einkaufen, essen, schlafen. Dann ist endlich Wochenende und wir können mal die Füße hochlegen oder das Bad putzen. Und schon ist wieder Montag. Wir arbeiten, gehen einkaufen und kommen an einem Buchladen vorbei. Ganz oben auf einem der Stapel liegt es: das Buch, das wir eigentlich selbst schreiben wollten. Über unsere Erfahrungen mit Nebenjobs. Über unser Auslandsjahr. Über das Grundeinkommen. Aber wir mussten ja arbeiten. „Und morgen schreibe ich ein Buch“ weiterlesen

Kurz und gut

Der in New York lebende Internetkünstler Rafaël Rozendaal erschafft grandiose Webseiten. Auf trashloop.com kann der moderne Sisyphos etwas in den virtuellen Papierkorb werfen. So oft er möchte. Das ist genauso wie ungelesene Newsletter im Posteingang löschen, sieht aber schöner aus. Oder man kann mit einer Zitrone spielen. Oder aufs Meer schauen. Beziehungsweise auf einen weißen Kreis und eine kleine, sich bewegende Fläche auf schwarzem Grund. Wenige Mittel, große Wirkung – das kann Rozendaal auch mit Worten: Er schreibt Haiku. „Kurz und gut“ weiterlesen

Aufs Maul geschaut

Das Schöne an Wortskizzen ist, dass man alle fünf Sinne miteinbeziehen kann. Natürlich denken wir in erster Linie an Bilder und Szenen, die wir sehen. Das kommt daher, dass wir über den Sehsinn den größten Teil unserer Umwelt wahrnehmen. Wer im Park an einem Sommertag die Augen schließt, kennt das: Plötzlich riecht man die Sonnencreme auf dem Arm und den herüberwehenden Grillgeruch. „Aufs Maul geschaut“ weiterlesen

Ein Jahr ist eine lange kurze Zeit

Es gibt Dinge, die macht jeder jeden Tag: Zähneputzen, essen, trinken. Vielleicht auch Mails checken, Blumen gießen, Geschirr abwaschen. Es sind Dinge, die weder unseren Puls erhöhen noch unsere Kreativität großartig beanspruchen. Wir machen sie automatisch. Das Gehirn kann das, um Energie zu sparen. Und dann gibt es Sachen, die macht man eher nicht jeden Tag: dasselbe anziehen, einen Holzlöffel schnitzen, ein Gedicht schreiben. Zugegeben, diese Beispiele sind eher aus dem kreativen als aus dem praktischen Bereich. Doch genau deshalb sind sie perfekt für das Projekt Ein Jahr lang jeden Tag eins. „Ein Jahr ist eine lange kurze Zeit“ weiterlesen